Carl Zach

 

Sohn von Thomas Zach, geboren am 30.März 1859 in Budapest. In Wien besucht er von 1872-1874 das Konservatorium (Hauptfach Violine). Wo er seine Lehre als Geigenbauer absolviert ist nicht bekannt. Bis 1887 ist er Kompagnon im väterlichen Geschäft und führte dieses ab 1888 auf eigene Rechnung weiter.

Das Geschäft hatte anfangs ein sehr guten Ruf und einen ziemlich großen Absatz. Carl Zach besaß den Titel eines königlich griechischen Hoflieferanten. Er gründete 1897 eine Kommanditgesellschaft die zwei von ihm patentierte Erfindungen verwerten sollte. Diese Firmen-Gründung zusammen mit seiner aufwendigen Lebensführung brachten ihn im darauffolgenden Jahr 1898 um sein gesamtes Vermögen.

Nach Aufenthalten in Brüssel 1902 und weiteren europäischen Städten als Bargeiger ist sein weiterer Lebensweg bis zu seinem Ableben 1918 in London nicht bekannt. Seine Instrumente baute er vorwiegend nach Stradivari Modellen mit relativ flachen Wölbungen. Die Schnecken sind des öfteren Schwarz randriert. Orangebraune bis rötlichbraune Lackierungen. Da er viele Mitarbeiter beschäftigte, entstanden ab 1896 viele Instrumente in den unterschiedlichsten Qualitäten, die nicht mit seinen eigenen Arbeiten zu vergleichen sind.

 

1884 verehrte er den Brüdern Hans und Josef Schrammel zwei Violinen, die jeweils mit einem geschnitzen Porträtkopf anstatt der Schnecke versehen waren.

1891 verehrte er auch den Geigern des Grinzinger Quartetts Steher und Reisinger zwei Instrumente.

1892 lieferte er aufgrund von Bestellungen Violinen an die Königin Victoria von England, und an den König Georg I. von Griechenland.

1892 anläßlich der Internationalen Wiener Theater und Musik Ausstellung überreichte er dem Kaiser Franz Josef I von Österreich persönlich eine ihm gewidmete Violine. Dieses Instrument trägt außer dem geschnitzten Kaiserporträt anstelle der Schnecke noch folgende Inschrift an den Zargen:

AUS ALLEN SAITEN KLINGT IN ALLE HERZEN DIE MELODIE DIE ALTE. FRANZ JOSEF I. GOTT ERHALTE.

Als Erbauer der sogenannten Schrammel-Geigen und der Kaisergeige wird Carl Zach nicht nur in Wien, über Fachkreise hinaus, vielen ein Begriff bleiben.